Turner- und Seniorenstamm – Ausflug vom 28. Juni 2018

Nach dem obligaten Kaffee mit Gipfeli teilte sich die Schar auf. Die Ehrgeizigsten zogen gleich los über Blüemslisberg, die Mostelegg in Richtung Skihaus Hochstuckli. Eine zweite Gruppe, der ich angehörte, entschied sich für die kürzere Variante über die 2010 fertig gestellte Hängebrücke, den «Raiffeisen Skywalk», die mit 374 Metern zu den längsten gehört. Der Schaukeleffekt war wegen des Windes verstärkt spürbar und nicht zu übersehen. Die älteren Kameraden, die nicht mehr so gut zu Fuss sind, wurden abgeholt und im Auto zum Zielort gefahren.

Wir (gemeint ist die zweite Gruppe) kamen schon bald an einem unscheinbaren, aber magischen Ort vorbei, bei einem megalithischen Gebilde, dem Steintor. Dieses, oder der Durchschlupf durch einen Stein, gilt seit Urzeiten als ein Akt der energetischen Reinigung. Anschliessend streiften wir diskutierend durch Feuchtwiesen mit typischer Vegetation. Verschiedene Pflanzen wie Wollgras, Klappertopf, Witwenblume, Wucherblume oder Margrite, Schlangen-Knöterich und der majestätische Weisse Germer kommen hier vor, sogar vier Orchideenarten. Eine weitere «magische» Stelle lag am Wasser, an einem ruhigen Waldbach. Hier wurde eine Pause eingelegt. Nun trat Fred in Aktion. Er zauberte aus seinem Rucksack zwei Flaschen Weisswein und die dazu gehörenden Gläser, begleitet von würzigen Käsewürfeln. So genossen wir ganz heimlich und ungestört den Vorapéro!

Auf Infotafeln wird hier auf die Bedeutung des Wassers in der Schweiz hingewiesen. Für Interessierte ein paar Zahlen: Die Schweiz gilt zu Recht als wasserreiches Land. Bei uns lagern bei einem Flächenanteil von nur 0,4% immerhin 6% (oder 252 qkm) der verfügbaren Süsswasservorräte Europas; davon befinden sich rund 51% in den natürlichen Seen, jeweils zirka ein Viertel in den Gletschern und im Grundwasser, sowie nur gerade 0,2% in den unzähligen Bächen und Flüssen.

Fast gleichzeitig mit der «Wanderelite» trafen wir gemächlich beim Skihaus Hochstockli ein. Auf der Terrasse kamen wir in den Genuss des offiziellen Apéros, der grosszügig vom Verein gespendet wurde. Nun zur Überraschung, ja sogar einer rührenden Szene:  Die Elitewanderer überreichten unserer Leiterin Margrit Weber einen unterwegs gepflückten Blumenstrauss, prächtiger als jedes gekaufte Bouquet Rosen. Sehr sympathisch, diese Geste!

Noch während des Apéros ergriff der Präsident Kurt Risi das Wort. Er bedankte sich speziell beim Organisator Ueli Etter und seinen Assistenten Margrit Weber und Heinz Eichenberger. Sie planten, rekognoszierten, leiteten den Ausflug sorgfältig und brachten ihn reibungslos und unfallfrei über die Bühne. Gratulation!

Anschliessend wurde uns ein schmackhaftes Mittagessen serviert: Als Vorspeise ein gemischter Salat, im Hauptgang Rahmschnitzel mit Nüdeli und Pfirsich. Die Küche hatte vorzügliche Arbeit geleistet. Ein Riesenkompliment an die Chefin des Hauses und ans übrige Personal.

Uns blieben nun ein paar Stunden des gemütlichen Zusammenseins, der Pflege der Kameradschaft. Zur Erinnerung: Initiator und Gründer des Turner- und Seniorenstamms war der viel zu früh verstorbene Otto Suter mit ein paar Gleichgesinnten. Seine Ideen werden nach wie vor befolgt und sehr geschätzt. Somit können auch die älteren Semester am Vereinsgeschehen teilhaben. Sie vernehmen das Neueste und behalten so den Kontakt zum Verein. Die gesunde Durchmischung der verschiedenen Altersgruppen im Verein erweist sich eben äusserst positiv!

Viele Kameraden waren mit dieser Gegend vertraut. Vor neun Jahren führte uns Willi Frei als Herbst-Wanderleiter in diese Region. Unter uns weilte auch dieses Mal unser Ehrenmitglied und frühere Präsident Edi Schubiger aus Frauenfeld. Auch er zeigte sich bei bester Laune und bewies einmal mehr seine Verbundenheit mit dem MTV Emmenstrand. Der Verein liegt ihm sehr am Herzen.

Punkto Wetter hatte sich die Situation etwas verändert. Es gab immer mehr Wolken am Himmel. Eine starke Bise blies nun über die Gegend und kühlte die Luft deutlich ab. Jetzt waren die blauen Funktions-Jacken gefragt. Doch von Regenschauern blieben wir verschont.

Auf verschiedenen Pfaden kehrte man zum Ausgangspunkt in Mostelberg zurück, wo es bequem auf die letzten Bähnchen reichte.

Alle kehrten wohlbehalten und bereichert nach Hause. Nochmals sei Ueli Etter und seinen Helfern, welche diesen Ausflug aufgegleist hatten, ein dickes Lob ausgesprochen!

Fazit des Tages: Der Ausflug war auch heuer ein voller Erfolg. Freuen wir uns auf die Neuauflage.

Bericht:  Herbert Unternährer
Fotos: Peter Wild und Herbert Unternährer