
Am Samstag, den 15. Oktober durften Patrick Bianchi und Peter Furger 38 Kameraden beim Parkplatz Gersag willkommen heissen. Es herrschte wunderbares Herbstwetter dank des ausgedehnten Atlantikhochs „Tanja“. Die beiden organisierten die traditionelle Fuchsjagd zum fünften Mal und wie – wie eh und je – in bewährter Manier.
Auf einem A4-Blatt befanden sich verschiedene Aufnahmen, die uns als Wegweiser dienten. Wir zogen los, zunächst bergauf, am Hübelischulhaus vorbei, dann querten wir die Rothenburgstrasse beim Restaurant „Ferus“, um schliesslich an den Gestaden unseres grössten stehenden Gewässers, dem Riffigweiher. zu landen.
Unterwegs blieb die Gruppe mehrheitlich zusammen, was ich ein bisschen schade fand, denn dadurch war die Aufgabe zu leicht, eine gewisse Herausforderung fehlte.
Beim Kinderspielplatz im kleinen Wäldchen wurden wir zum Apéro empfangen. Besonders geschätzt wurde der feine Weisswein und vor allem das ausgezeichnete Calanda-Bierchen in der Dose. Es gab natürlich auch Flüssiges „analcolico“. Auch die gehbehinderten oder sonstwie gesundheitlich reduzierten Kameraden waren mit von der Partie, mitten unter uns und in bester Laune! Das Transportproblem war eben keines! Die „Guten Geister“ sprangen einmal mehr ein.
Herzhaft wurde geplaudert, Erinnerungen wurden wachgerüttelt. Man genoss einfach die sonnendurchflutete Umgebung, die angenehme Temperatur. Für Herrn Trump wäre es der „Indian Summer“.
Nach einer guten halben Stunde galt es plötzlich ernst. Die Jagd nach dem Fuchs stand an. Innerhalb eines Kreises von ungefähr 100 Metern Durchmesser hatte sich der rotbraune „Schläuling“ versteckt. Ich persönlich vermutete sofort irgendeine Stelle in Ufernähe. Es war reine Intuition!. Und ich suchte dementsprechend dem Ufer entlang. Doch der Erfolg blieb aus! So verlegte ich mein Augenmerk – wie viele Kameraden in andere Sektoren. Über eine längere Zeitspanne geschah nichts. Doch dann änderte sich die Szenerie schlagartig. Wer schleppte denn da die erlegte Beute heran? Es war Walter Odermatt. In einem schmalen Schilfgürtel, gut getarnt, hatte er den Fuchs entdeckt und zur Strecke gebracht. Mit meiner Vermutung lag ich doch nicht ganz falsch. Der MTV Emmenstrand hatte einen würdigen Nachfolger. Herzliche Gratulation!
Für die nächste Etappe wiesen uns weitere Fotos den Weg Wir durchschritten nun den Riffigwald von Osten nach Westen in Richtung Schluchen. Kurz vor dem ehemaligen „Schluchenhüsli“ zweigten wir nach links ab, dann liessen wir das Restaurant „Listrig“ liegen. Die Route verlief über die Ober Emmenweid zu den Familiengärten in der Hinteren Erlen. Das Ziel war wohl erreicht: Der Aufenthaltsraum des Emmer Familiengärtnervereins. Ein Novum in der Geschichte der Fuchsjagd.
Der Raum wirkte heimelig und strahlte eine gewisse Wärme aus, denn die Wände, der Boden, die Tische bestanden aus Holz. Eine Küche, Toiletten waren vorhanden. Kurz: Die Infrastruktur stimmte!
Doch wie kamen wir zu diesem Lokal? Das Rätsel war bald gelöst: Bruno Stoop
als aktives Mitglied des Familiengärtnervereins durfte für uns den Raum mieten. Kosten 200 Franken. Einzige Bedingung: Er musste den ganzen Abend anwesend sein und war verantwortlich, dass alles bei der Rückgabe in bester Ordnung war.
Lange gedeckte Tische standen bereit und luden zum Gaumentanz. Die Tische waren mit farbenfrohen Blumenarrangements geschmückt. Diese kleinen botanischen Kunstwerke hatten wir Brunos Frau Maria zu verdanken. Dafür möchte ich ihr ein Kränzchen winden!
Ab jetzt hatte der kulinarische Teil Priorität. Ein Highlight war – übrigens wie immer – das Abendessen: Nichts Neues, aber nach wie vor etwas Besonderes, vorbereitet von Adolf und Theres Lötscher: Heisser Beinschinken, Kartoffelsalat mit einer würzigen Mayonnaise und gemischter grüner Salat! Es schmeckte hervorragend! Nachschub war reichlich vorhanden. Herzlichen Dank!
Zum Dessert gab es eine feine Crème Brûlée, gespendet von Franz Lötscher. Auch ihm sei bestens gedankt
Die Herren Hans Schwegler, Walter Keller, Heinz Eichenberger, Hans Wigger und Bruno Stoop halfen tatkräftig in der Küche und beim Servieren. Auch sie ernteten ihre Lorbeeren.
Kurt Risi als Präsident nahm die Gelegenheit wahr, allen beteiligten Kameraden und der Senioren-Leiterin Margrit Weber fürs Mitmachen zu danken, im Speziellen aber den Organisatoren und den „Guten Geistern“ in der Küche für ihren unermüdlichen Einsatz.
Kurt teilte noch mit, der verstorbene Seppi Felder hätte dem Verein ein Legat von 1000 Franken hinterlassen. Der Vorstand beschloss. einen Teil davon für die Kosten des Essens zu verwenden. Einzig Wein und Kaffees mussten bezahlt werden. Nach dem Präsidenten meldete sich noch Patrick Bianchi zu Wort. Er schloss sich den Worten von Kurt an und bedankte sich sogar bei mir als blosse Hintergrundfigur, für die Dokumentationen (Fotos und Berichte). Eine nette, unerwartete Geste! Merci!
Albin Jurt wollte auch noch etwas beisteuern. Er wollte „Unsere Fuchsjagd“ Revue passieren lassen und ging auf folgende Fragen ein: Wie kam man überhaupt auf die Idee, eine Fuchsjagd zu inszenieren? Wessen Idee war es? Wer hatte bis anhin die Fuchsjagd durchgeführt und wie lange? Mit Applaus wurden seine Ausführungen verdankt.
Geselligkeit, Gedankenaustausch und Pflege der Kameradschaft standen auch diesmal hoch im Kurs, wurden ausgiebig zelebriert. Doch langsam neigte sich der Abend zu Ende. Die einen verzogen sich langsam, oder sie wurden von „Guten Geistern“ nach Hause chauffiert. Andere sangen im Chor frisch drauflos und die letzten „Höckeler“ vergnügten sich weiterhin bestens. Die Stimmung erlebte also einen steten Steigerungsprozess! Zum Schluss räumte man zügig auf. Ein Riesenkompliment!
Es war ein toller Anlass. Es dürfte allen gefallen haben. Gedulden wir uns bis zum nächsten Jahr:
Bericht und Fotos: Herbert Unternährer
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