«Unser Feuer brennt auch heuer».
Am 1. März sollte eine Turnprobe im üblichen Rahmen stattfinden, doch daraus wurde nichts. Ein überraschend neues Kapitel wurde aufgeschlagen. Corona! Nach Absprache mit unserem ‘Vereinsarzt’ Gerry Ernst wurde der Turnbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Seither ruhen unsere Vereins-Aktivitäten, auch die geselligen Anlässe versiegten. Einzige Ausnahme war der Stamm-Höck im Rossmoos vom 30. Juni 2020. 24 Kameraden nahmen daran teil. Ein Fingerzeig, dass ein echtes Bedürfnis bestand für ein Treffen mit geselliger Note.
Endlich wurde nun der Wunsch nach einem langersehnten Event für alle erfüllt. Der traditionelle Grillabend ging zum 5. Mal auf dem Gelände der Schiessanlage Hüslenmoos über die Bühne, dank guter Beziehungen. Eine perfekte Infrastruktur stand wiederum zur Verfügung. 50 Personen, (48 Kameraden, unsere Leiterin Margrit Weber und Carlos Frau Elly), gaben sich ein Stelldichein. Das war einmalig! Ein klares Indiz, dass die Kameradschaft auch in dieser nicht ganz einfachen Zeit obsiegte. Alle waren erwartungsvoll angetreten, um in den Genuss eines fröhlichen Abends zu kommen. Niemand wurde enttäuscht.
Wir befanden uns mitten im Sommerferien-Modus. Teil der Vorbereitung war das Aufstellen der Tische und Bänke. Darauf musste ein besonderes Augenmerk geworfen werden. Das geschah unter der Regie von Gerry Ernst. Auch weitere Hygiene-Vorschriften mussten befolgt werden. Auf das Social Distancing musste unbedingt geachtet werden.
Hauptsache: Wir waren an der frischen Luft und im Falle eines unverhofften Gewitters hätten wir ein schützendes Dach über dem Kopf gehabt. Aber es war dieses Jahr nicht nötig, Petrus war uns wohlgesinnt.
In der Planungs-Gruppe war der Teamgeist allgegenwärtig. Alles lief wie am Schnürchen. Gratulation! Folgende Kameraden wirkten mit: Heinz Eichenberger als Chef, Gerry Ernst, Hansruedi Ineichen, Adolf Lötscher, Hans Schwegler, Sepp Signer, Sepp Stirnimann und Hans Wigger.
Heinz Eichenberger, Gerry Ernst und der Präsident Kurt Risi meldeten sich nacheinander zu Wort. Je nach Ressort war der Inhalt der Kurzansprachen inhaltlich natürlich verschieden. Alle gaben ihrer Freude Ausdruck, bedankten sich für die geleistete Arbeit, den unermüdlichen Einsatz, wünschten en Guete und viel Spass.
An diesem Abend musste niemand zur Börse greifen. Die Käsekuchen zum Apéro besorgten wie immer Elly und Carlo Ronchetti.- Die Kosten für die braunen und weissen Bratwürste, Brot, Weiss- und Rotwein wurden von den drei Jubilaren Adolf Lötscher, Hansruedi Ineichen und Manfred Messerli übernommen. Sie feierten zum 70. Mal Geburtstag oder sie werden es noch tun. Viel Glück und alles Gute für die Zukunft. Herzlichen Dank! – Das Dessert (Creme brûlée) spendierte Franz Lötscher. – Die beiden ausgezeichneten Zwetschgenkuchen steuerte Margrit Weber bei. Weitere Kuchenspender waren Gerry Ernst, Beat Steger und Röbi Widmer. – Den Geist in flüssiger Form verdankten wir Walter Odermatt. – Patrick Bianchi offerierte Bier, Mineralwasser, Kaffee sowie die feinen Ragusa. Allen edlen Spendern gebührt ein grosser Dank!
Ein Team des MTV Emmenstrand unterstützt jeweils an Schützenanlässen die Organisatoren beim Parkdienst und Grillieren. Die Kameraden erbringen so eine Gegenleistung, damit wir dann die ausgezeichnete Infrastruktur für unseren Grillabend benützen dürfen. Das Ganze beruht so auf Gegenseitigkeit, ist ein Geben und Nehmen.
2020 wird als spezielles Jahr in die Geschichte eingehen. Wir können nur hoffen, dass sich diese grässliche Pandemie in Bälde abschwächt und in Bälde wieder verschwindet. Aber im Moment sieht es nicht danach aus. Normalität wie wir sie früher kannten, lässt auf sich warten. Nichts wird dann mehr gleich sein wie es war.
Gegen Schluss des Abends ergriff Max Siegrist das Wort und stellte uns seine Herbstwanderung vor unter dem Motto ‘Was willst du in die Ferne schweifen, sieh das Schöne liegt so nah!
Dieser Grillabend zählt zu den Anlässen, an denen die Pflege der Kameradschaft, geselliges Zusammensein grossgeschrieben sind. Besonders für die ältere Generation steht er hoch im Kurs. Hier können sich die Senioren mit der ‘Jugend’ austauschen. So entsteht eine gesunde Durchmischung im Verein.
Unser Chörli trug auch einen wesentlichen Anteil zum Erfolg des Abends bei. Verstärkt wurde es durch Toni Niederbergers Brüder Werni und Peter. Es steigerte sich in Hochform. Bekannte Melodien wurden zum Besten gegeben. So genossen alle Anwesenden die Darbietungen. Abschliessend ertönte noch der bekannte ‘Pajazzo’. Wo gesungen wird, braucht es auch Zuhörer. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.
Zur vorgerückten Stunde lichteten sich die Reihen langsam. Es wurden immer weniger. Zu guter Letzt musste noch aufgeräumt werden. Auch das klappte mustergültig. Einmal mehr hatte das OK vorzüglich Arbeit geleistet.
Ich glaube, alle genossen diesen spannenden Abend, verbunden mit toller Kameradschaft.
Zur Erinnerung: Wir sind ja alle Turner oder zumindest eng mit dem Turnen und all seinen Facetten verbunden. Beim Lesen des ‘GYMLIVE’’ entdeckte ich das Zitat von Fritz Marti, einem gestandenen, verdienten J+S-Experten des STV: «Das Turnen ist sowieso viel mehr als einfach eine Sportart. Es entstehen gute Kameradschaft und ein wertvoller Zusammenhalt. Das ist unbezahlbar».
Text und Fotos: Herbert Unternährer
