Für die Nichtwanderer gab es ein Spezialprogramm. Die siebenköpfige Gruppe bestieg um 10 40 den Zug in Emmenbrücke, mit dem Ziel Flüeli-Ranft vor Augen. Wir erreichten über eine etwa 150 Meter lange ‘Glyzinien-Allee’ nach einem Knick und einer Aussichts-Plattform das Hotel Paxmontana.
Nachdem wieder alle vereint waren, wurde uns ein Apéritif serviert. Spender waren die beiden Kameraden Carmine Colangelo und Heinz Huber. Sie feierten vor kurzem ihren 70. Geburtstag. Herzlichen Dank! Alles Gute, Glück und Gelassenheit für die kommenden Lebensjahre! Hier auf der Terrasse war genau der ideale Ort zum Verweilen, Kameradschaft zu pflegen. Während des Apéros spielte ein junger Mann ein Stück auf seinem Büchel, der kurzen Variante des Alphorns.
Das Jugendstil-Hotel ‘Paxmontana’ stellt auch heute noch eine Welt für sich dar. Es repräsentiert die Romantik und den Charme längst vergangener, ruhmvoller Tage. Erbaut wurde es am Ende des 19. Jahrhunderts als Kurhaus ‘Nünalphorn’. In den 1950er-Jahren erhielt das Kurhaus kirchliche Besitzer, die ihm den Namen ‘Paxmontana’ gaben.
1896 ursprünglich als moderner Flachdachbau erstellt, erhielt das Gebäude zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine charakteristischen, vom Heimatstil geprägten Türme. Bei der umfassenden Renovation im Jahr 2011 wurde die Statik erneuert; ebenso wurde die Fassade vollständig saniert.
Das Hotel ist heute ein Drei-Sterne-Hotel im mittleren Preissegment.
Nun ging’s langsam zum kulinarischen Teil über. In einem langen, schmalen
Speisesaal, wies man uns einen idealen Platz mit bester Aussicht zu: Sarnersee, Glaubenberg-Gebiet und Pilatus. Wer keine Ahnung gehabt hätte, wäre von dieser Warte aus kaum in der Lage, den Pilatus mit seinen typischen Konturen zu erkennen. Zunächst war dieser noch von dichten Wolken umhüllt.
Uns wurde ein vorzügliches Mittagessen serviert: Gemüsesuppe mit Kräuterpesto – Luzerner ‘Chügelipastetli’: Blätterteig-Pastetli gefüllt mit Kalbsbrät und Champignons an Rahmsauce, dazu Gemüsereis – Obwaldner Süssmostcreme mit Früchtegarnitur. Ein Kompliment an die Küchen-Equipe und das Service-Personal. Zum Essen wurde uns ein Rotwein ‘Sélection Paxmontana’, Cuvée aus dem Lavaux, empfohlen. Ein vorzüglicher Wein, aber nicht billig! Die Runde Kaffee übernahm der Verein. Besten Dank!
Die Stimmung war in einem Hoch. Gedanken wurden ausgetauscht, Erinnerungen geweckt. Eigentlich wie immer bei solchen Anlässen! Zu Ehren der beiden Jubilare ertönte noch ein Lied unseres reduzierten Chörlis. Eine nette Geste! Dann gerieten wir plötzlich in Zeitnot. Die Fahrt mit dem Postauto nach Sachseln wurde zeitlich nach hinten versetzt. Das bedeutete für uns Nichtwanderer ein kleiner Vermutstropfen. Auf den Besuch des Bruder Klaus-Museums musste verzichtet werden.
Nach der verlängerten Mittagspause nahmen die Wanderer den Weg nach Sachseln unter die Füsse. Die Nichtwanderer benutzten wiederum das Postauto bis zum Dorfplatz bei der Pfarr- und Wallfahrtskirche, der einige Kameraden noch einen Besuch abstatteten. Sie wird mit dem Grab des heiligen Niklaus von Flüe jedes Jahr von Tausenden von Pilgern aus dem In- und Ausland besucht. Die Kirche ist ebenfalls national ein bedeutendes Baudenkmal. Sie gehört stilistisch zum schweizerischen Frühbarock mit Elementen der italienischen Renaissance. Der untere Teil des spätromanischen Turms aus dem 13. Jahrhundert ist noch von der kleineren Vorgängerkirche erhalten geblieben, die quer zur heutigen Kirche stand.
Das Bruder Klaus-Museum ist ganz in der Nähe im herrschaftlichen Bürgerhaus untergebracht.
Abschliessend genossen wir noch in einem nahegelegenen Restaurant im Freien ein kühles Bierchen. Kurz nach fünf Uhr brachte uns der Zug nach Luzern. Zu Hause angekommen, trafen sich noch die’ letzten Mohikaner’ im ‘Panorama’ zu einem Abschiedstrunk, um den Tag ausklingen zu lassen
Ich möchte es nicht unterlassen, im Namen aller Kameraden unserem ‘geborenen’ Wanderleiter und begnadeten Organisator Max für seine achte Wanderung herzlich meinen Dank auszusprechen. Die Herbstwanderung war sein Erfolg, und alle Kameraden trugen zu diesem Erfolg aktiv und mit Begeisterung bei! Auch Heinz Eichenberger und Walter Keller möchte ich für ihre Hilfsbereitschaft bei der Organisation in den Dank einbeziehen.
Die Wanderung verlief unfallfrei, und mit dem Wetter hatten wir mehr als Glück.
Leider musste Peter Fahrni auf die Wanderung verzichten. Am Mittwoch-Spielabend stürzte er unglücklich beim Hallenhockey. Die Schmerzen im Knie waren zu stark. Ich wünsche ihm eine baldige Genesung.
Freuen wir uns auf die Ausgabe 2023
Bericht: Herbert Unternährer
