
Am Samstag, den 10. September, fand unsere traditionelle Herbstwanderung statt. Organisiert hat sie einmal mehr Max Siegrist. Zur Vorbereitung gehörte auch die Rekognoszierung des Gebietes. Ziel war dieses Jahr eine für die Schweiz geschichtsträchtige Region im Obwaldnerland, mit Flüeli-Ranft im Mittelpunkt.
Max hatte die Teilnehmer aufgeteilt in zwei Gruppen: Wanderer und Nichtwanderer. 27 Kameraden waren angemeldet, 26 konnten am Anlass teilnehmen. Auch Edi Schubiger aus Frauenfeld war mit von der Partie. Damit bewies er die loyale Verbundenheit mit dem Verein und fühlt sich einfach wohl bei uns.
Die Wanderer trafen sich um 08 40 auf dem Bahnhof Emmenbrücke. Ab Luzern fuhr der Interregio nach Sarnen. Hier stieg man um auf den Bus, der sie nach Kerns brachte. Dort auf 563m über Meer, begann ein relativ steiler Aufstieg über Burgflue zur Kapelle St. Anton in Halten. Somit mussten 147 Höhenmeter überwunden werden. Belohnt wurde man durch eine prächtige Aussicht auf den Hauptort Sarnen und den Sarnersee. Bei der Kapelle wurde ein Zwischenhalt eingeschaltet, wobei eine erste Flasche aus dem Rucksack entkorkt wurde – und die körperliche Anstrengung schien verflogen. Die Kapelle wurde 1540 zu Ehren des heiligen Antonius des Einsiedlers gebaut. 99 Jahre später wurde sie neu errichtet.
Dann ging’s nach Südwesten über den Hof Schärpfi bis zum Wendepunkt in der Nähe von Bethanien. Nach dieser Spitzkehre wurden die Höfe Unteregg und Büntli hinter sich gelassen, um dann die Richtung gleich nach der Hohen Brücke wieder nach Süden zu wechseln. Bei dieser höchsten gedeckten und aus Holz gebauten Brücke mit Schindeldach Europas kam es zu einem weiteren Halt mit ‘Weingenuss’. Besten Dank den edlen Spendern. Diese Brücke geriet aus tragischen Gründen vor einigen Jahren in die Schlagzeilen. Das Bauwerk überspannt die sehr enge Melchaa-Schlucht, die an ihrer engsten Stelle eine Breite von nur 1 Meter aufweist, in einer Höhe von 100 Metern!
Der letzte Abschnitt des Weges führte mehrheitlich über dem Melchaa-Tobel, orographisch gesehen, dem linken Ufer der Grossen Melchaa entlang bis zur Abzweigung nach dem Ranft mit den beiden Kapellen und der Eremitenklause. Dann folgte der Schlussaufstieg direkt zum Hotel ‘Paxmontana’.
Das Dorf Flüeli war die Heimat und Wirkungsstätte von Bruder Klaus und ist daher ein Wallfahrtsort. Auf dem Flüelifelsen steht das Wahrzeichen des Dorfes, die 1618 Karl Borromäus geweihte Flüeli-Kapelle. Sie ist ein Kunstdenkmal von nationaler Bedeutung. Sie enthält prachtvolle Intarsien sowie eine reich bemalte Holzdecke. Im Dorf stehen das Geburts- und Wohnhaus von Niklaus von Flüe und seiner Frau Dorothee. Bruder Klaus war Vater von 5 Töchtern und 5 Söhnen, Bauer und Richter, aber auch Mystiker, Politiker und Volksheiliger, Friedensstifter, Vermittler und Mahner.
Direkt am Jakobsweg gelegen, hat der Kraftort eine magische und heitere Ausstrahlung. Mystik, Spiritualität und Natur stehen im Einklang.
Bilder von Max, Leo und Herbert.
Lust auf mehr, klicke auf Seite 2.
