MTV Emmenstrand – MTV Egolzwil, 34. Kameraden-Treffen in Alberswil

Teilnehmer

Am letzten Mittwoch trafen sich 16 Turnkameraden aus Egolzwl und 28 aus Emmenbrücke zum traditionellen Meeting.
Zur Erinnerung: Damals -vor 33 Jahren- reisten auf Anfrage ein paar Emmensträndler Turnkameraden unter der Leitung von Adolf Schläpfer, dem begeisterten und begnadeten Faustballer, ins Hinterland, um Faustball bekannt zu machen und zu zelebrieren. Damit war der Grundstein zu diesem jährlichen Event gelegt. Er findet im Wechsel in Egolzwil oder Emmenbrücke statt.
In einem ersten Teil ist Kultur oder Wirtschaft angesagt. Im zweiten Teil geht’s dann eher gemütlich zu. Ein feines Nachtessen, Kameradschaft und Gesellligkeit dominieren.
Diesmal entschieden sich die Egolzwiler Kameraden unter der Regie von Sepp Hodel für den Besuch des Bio-Bauernhofs Burgrain.
Andi Lieberherr, seines Zeichens Geschäftsleiter der Agrovision Burgrain AG, empfing uns herzlich und erzählte uns in seinem Toggenburger-Dialekt, dass er hier seinen lange gehegten Bubentraum verwirklichen konnte. Er führte uns voller Stolz und kompetent durch die verschiedenen Bereiche der 44 Hektaren grossen Anlage.
Auf dem Gutsbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftsschule Willisau ist ein Biomodellbetrieb entstanden. „Erlebnis Agrovision zeigt Biolandschaft vom Gras bis zum Teller“. Wir erhielten Einblick in Produktion, Verarbeitung und Handel. Zum Betrieb gehören Biomilchviehhaltung, Hühnerhaltung, Bienenlehrstand, Biokäserei, Holzofenbäckerei sowie ein Biomarkt. Es gibt auch ein Biorestaurant, Räume für Veranstaltungen sowie einen grossen Kinderspielplatz.
Bio Suisse Präsident Urs Brändli bezeichnete ‚Erlebnis Agrovision’ als neuen Leuchtturm der Schweizer Biolandwirtschaft.
2008 wurden die neue Viehscheune mit dem grossen Laufstall und der neue Hühnerstall gebaut sowie der ProSpecieRara-Obstgarten gepflanzt
Auf dem Hof leben 70 Kühe, 20 Rinder und 20 Kälber. Im Hühnerstall ‚arbeiten’ 900 Hühner unter den wachsamen Augen von 100 stolzen Gockeln. Im Obstgarten gleicht kein Baum dem anderen. 75 alte Obstsorten kommen hier zu neuer Blüte. Gleichzeitig begann die Umstellung auf den Bio-Landbau. Der Vollweidebetrieb ist beispielhaft, die Weidemilch ist gefragt. Ein Augenmerk gilt im Laufstall und im Melkstand dem Tierwohl.
Im Untergeschoss der alten Scheune befinden sich die Käserei und der Biomarkt. Hier wird die Milch vom Vollweidebetrieb zu herzhaft guten Milchprodukten verarbeitet.

Im Bio-Markt können die Produkte gekauft werden. Den Kunden steht ein breites Sortiment von Früchten, Gemüse, Milchprodukten, Eiern, Käse, Fleisch, Fisch, Brot, Backwaren, Getreide und Getränke zur Verfügung.
In der Holzofen-Bäckerei werden nach alter Tradition auserlesene Brot- und Backwaren hergestellt. In einem ‚Ungetüm von Bachofen, der morgens mit nur zwei Harassen Holz auf über 300 Grad erhitzt wird, können nacheinander in vier ‚Wellen’ von verschiedenen Broten bis Meringueschalen gebacken werden.

Das Restaurant befindet sich im alten Pferdestall. „Wir zelebrieren eine bodenständige und authentische Küche. Entscheidend ist der ursprüngliche Geschmack der Lebensmittel“. Das Ambiente ist aussergewöhnlich. Alt und neu stehen im Einklang mit offenem Blick in die Küche.

Der Saal des Mathilde Müller-Forums dient als Zentrum für Sitzungen, Seminare und festliche Anlässe. Er bietet 70 Personen Platz.
Andi Lieberherr gebührt ein grosser Dank für die interessante Führung.

Nach der Besichtigung mit den aufschlussreichen Ausführungen von Andi Lieberherr, die übrigens hervorragend ‚herüberkamen’, wurde in die unweite Schnarte bei Ettiswil disloziert – in eine Schapsbrennerei.
In einem Schuppen, wo riesige Mengen Holz in metallenen Körben auf Paletten gestapelt sind, erwarteten uns gediegen gedeckte Tische zum gemeinsamen Nachtessen. Gleich neben der Eingangstüre bruzelte in einem grossen Kochtopf ein wohlschmeckendes Risotto. Später gesellten sich zum Risotto auf dem Teller noch zwei ausgezeichnete Würste -eine Schweins- und eine Käsewurst- aus einer heimischen Metzgerei. Verschiedene Guetzli gabs zum Dessert. An Flüssigem standen Wein, Bier, Mineralwasser zur Auswahl. Kaffee in allen Variationen ergänzte den kulinarischen Part.
Erinnerungen wurden wachgerüttelt. Es kam zu angeregten und interessanten Gesprächen. Auch Witze fehlten nicht.

Zu guter Letzt bescherte uns ein angestellter Turnkamerad bei der Schnapsbrennerei Kurt Wälti ein weiteres Highlight. Eine ganze ‚Batterie’ mit 14 Flaschen selbst gebrannter Spirituosen stand zur Degustation bereit: Vieille Prune, Vieille Williams, Grappa, ‚Änte Büsi’ (Träsch mit Kümmel, gezuckert), Holunder- und Himbeerlikör und andere mehr. Es gab auch die Möglichkeit zum Kauf.

Zum Schluss freute sich Sepp Hodel als Präsident des MTV Egolzwil über den gelungenen Abend. Unser ,Chef’ Leo Oberholzer bedankte sich in gewohnter Manier bei allen Kameraden, speziell aber bei den guten Geistern aus Egolzwil, welche -trotz weiterer Engagements übers Wochenende -das feine Nachtessen zubereitet hatten und dem Besitzer der Brennerei Kurt Wälti, der uns grosszügigerweise das Gebäude zur Verfügung stellte. Zum Dank ertönte einmal mehr unser bekannter ‚Dreifacher Turnerklatsch’.
Um 11.30 klang der Abend langsam aus. Es gab nur zufriedene Gesichter!

Text: Herbert Unternährer
Bilder: Herbert Unternährer und Peter Wild