Stammausflug vom 30. Juni 2022 auf den Stoos

Stammausflug vom 30. Juni 2022
Stammausflug vom 30. Juni 2022

24 Kameraden, ein weisses Polo T-Shirt tragend und eine blaue Mütze aufgesetzt, fuhren mit dem Zug um 08 20 nach Luzern. Auf dem Perron 6 in Luzern erwartete uns der 25.Teilnehmer, Edi Schubiger aus Frauenfeld, ehemaliger Präsident des MTV Emmenstrand. Er freute sich schon lange auf dieses Wiedersehen mit uns.

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Mit dem modernen Fernverkehrszug ‘Traverso’ der Südostbahn ging die Fahrt weiter zunächst dem Vierwaldstättersee, dann dem Zugersee entlang, nach Goldau. Ein gewaltiger Bergsturz verschüttete anno 1806 das Dorf.

Von aussen fällt der Zug durch den Einsatz von Kupfer als prägende Farbe auf. Kupfer ist eng mit dem menschlichen Fortschritt verbunden.

Dann brachte uns ein Bus der schwyzerischen Verkehrsbetriebe ins Muotathal bis zur Talstation der berühmten Stoosbahn im ‘Hinteren Schlattli’.

Diese Standseilbahn wurde vor fünf Jahren in Betrieb genommen. Ein erster Blick hangaufwärts offenbart völlig neue Dimensionen. Einfach grossartig, genial, was hier kreiert worden war! Viel Wagemut war vonnöten. Es ist ein Produkt schweizerischer Ingenieurskunst!

So wurde für uns bereits die Anreise zum ersten Highlight. Futuristisch im Aussehen und leuchtend gelb umrahmt, bestehen die vier Personenkabinen der beiden Wagen aus zylindrischen Elementen mit grossen Fensterflächen.

Die Bahn überquert unmittelbar nach Verlassen der Talstation auf einer 90m langen Brücke die Muota. Sie überwindet unterhalb der Ausweichstelle die unglaubliche Steigung von 110 Prozent, was einem Winkel von 47,7 Grad entspricht. Weltrekord! Dabei findet in den Kabinen ein automatischer Niveau-Ausgleich statt, so dass alle Passagiere jederzeit auf einer waagrechten Fläche stehen. In einer Stunde können 1500 Personen pro Fahrtrichtung befördert werden. 3260 Treppenstufen befinden sich neben der Schiene. Diese sind sehr wichtig für Unterhalts- und

Bergungsarbeiten. Neben der Talstation entsteht ein riesiges Parkhaus.

Die alte Bahn war technisch veraltet. Ihre Betriebskonzession war abgelaufen. Heutzutage entfällt auch das leidige ‘Theater’ mit den Platzkarten.

Der Stoos scheint Wachstums-Ambitionen zu haben. Er scheint ‘aufzurüsten’, will konkurrenzfähiger werden. Auch das noch im Bau befindliche Seminar- und Wellnesshotel im autofreien Bergdorf neben der Bergstation spricht dafür.

Das Dorf mit 150 Einwohnern liegt auf einem Hochplateau. Sein Wahrzeichen ist die hölzerne Dorfkapelle auf einem markanten Hügel. Der Stoos ist ein echtes Freizeitidyll, fernab von Hektik und Lärm. Im Schlussteil der Wegtraverse zur Sesselbahn auf den Fronalpstock, für die ungefähr 15 Minuten eingeplant werden mussten, erwartete uns das Hotel Restaurant ‘Alpstübli’ zu Kaffee und Gipfeli. Zur Stärkung für den Rest des Tages überreichte uns Ueli noch einen Ovo-Energieriegel. Eine nette Geste! Den Gipfel des Hausbergs mit 1922 Metern über Meer erreichten wir bequem mit der gedeckten Sesselbahn über zwei Sektionen.

Unbedingt gesehen haben muss man die Aussicht vom Fronalpstock. Das zweite Highlight! Sie ist grandios. Hinter der Bergstation befindet sich eine Plattform, direkt über dem Abgrund! Hier entstand auch das Gruppenfoto, von einer Art Kanzel aus.  Auch auf der Restaurant-Terrasse und an zwei weiteren exponierten Stellen wanderte der Blick von Berggipfel zu Berggipfel. Leider wurde die Aussicht etwas getrübt durch ein vermeintlich aufziehendes Gewitter, das dann doch ausblieb. Nur ein paar Tropfen fielen.

Senkrecht zu seinen Füssen erblickte man Brunnen und das Rütli, den Geburtsort der Schweiz. Auf einer felsigen ‘Halbinsel’ liegt das Dorf Seelisberg mit seinem idyllischen Bergsee.

Auf dem rechten Ufer des Vierwaldstättersees befindet sich das Rigi-Massiv mit den Nebengipfeln Kulm, Rotstock, Schild, Dossen, Scheidegg, Vitznauerstock, Hohfluh und Urmiberg. In der Ferne thront stolz der Pilatus über dem See. Dreht man sich nach links, türmen sich zahlreiche weitere Berggipfel der Innerschweizer Voralpen und Hochalpen auf: Titlis, Walenstöcke, Niederbauen und Oberbauenstock, Schwalmis, Gitschen, Uri-Rotstock. In südöstlicher Richtung dominiert über dem Muotathal der Tödi mit 3612 Metern, und linkerhand ragen im Vordergrund majestätisch die beiden Mythen gen Himmel.

Auf dem Fronalpstock schweift der Blick angeblich über zehn Seen. Ich selber konnte nur vier ausfindig machen. Die Weitsicht liess zu wünschen übrig.

Gegen 12 Uhr war Apéro-Time. Doch schon bald zeigten sich zwei, drei blaue ‘Inseln’ am stark bewölkten Himmel, die langsam Gestalt annahmen. Plötzlich schien wieder die Sonne. Petrus war uns wohlgesinnt. Der Verein übernahm spontan die Kosten für den Apéritif. Herzlichen Dank. Es gibt ja nichts Köstlicheres in den Bergen als einen feinen Gipfelwein!

Nach dieser ‘erfrischenden Einlage’ war bald Zeit fürs Mittagessen. Für uns war die rustikale Gaststube ‘Adlerhorst’ die richtige Wahl. Sie lud zum Verweilen ein. Es durfte heute ja etwas gediegener sein. Die Kombination aus Holz und modernen Materialien verleiht ein urchiges und gemütliches Ambiente. Das Restaurant war vermutlich vor wenigen Jahren renoviert worden. Uns wurde ein vorzügliches Mahl serviert. Vorspeise: Gemischter Salat, Hauptgang: Rinds-Ragout an einer raffinierten Sauce mit Kartoffelstock und Mischgemüse, Dessert: ein Caramel-Köpfli.

Wie immer, bei solchen Anlässen, standen die Pflege der Geselligkeit und Kameradschaft im Fokus. An interessantem Gesprächsstoff, an Sprüchen und Witzen mangelte es nicht. Man liess auch frühere Unternehmungen aufleben, die in Erinnerung bleiben werden.» Man lebt nicht nur einmal, sondern zweimal. Das erste Mal in der Realität, das zweite Mal in der Erinnerung!» heisst es doch so schön.

Zwei Hauptziele wurden erreicht, den Tag gemeinsam zu verbringen und ihn in vollen Zügen zu geniessen und ein Stück Heimat kennen zu lernen oder, aus heutiger Sicht, neu zu erfahren. Allen Kameraden gebührt ein Dank für ihren Beitrag.

André Duner, unser Präsident, ergriff kurz das Wort. Ihm waren die Freude und Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Er bedankte sich ganz herzlich bei der Küchenequipe und der freundlichen und aufmerksamen Serviertochter. Ein ‘Dreifacher Turnerklatsch’ bekräftigte seine Worte. Einen besonderen Dank verdienten die beiden Organisatoren des Ausflugs, Ueli Etter und Walter Odermatt. Ohne sie wäre dieser Ausflug vielleicht nie zu Stande gekommen. Sie erhielten beste Noten für die tadellose Vorbereitung und Durchführung. Voraussetzung dazu ist eine  gehörige Portion Organisationstalent. Ueli und Walter dürfen stolz sein, über diese Gabe reichlich zu verfügen. Die beiden Protagonisten hatten zuvor bei idealsten Wetterbedingungen den Ausflug rekognosziert. Sie wollten dasselbe Menü bestellen. Dies war leider nicht möglich gewesen, denn das Ragout hätte zweieinhalb Stunden gekocht werden müssen, verriet mir Walter. Ueli hatte sich seit Wochen mit Herzblut um diesen Auftrag gekümmert, hatte uns immer wieder mit Zwischenberichten auf dem Laufenden gehalten. Der Einsatz beider Kameraden hatte sich mehr als ausbezahlt. Gratulation! So wurde der Ausflug als Ganzes zum eigentlichen Höhepunkt.

Nach der Mittagspause, die sich noch etwas in die Länge gezogen hatte, begaben sich ein paar Kameraden mit Walter auf die beliebte Panorama-Wanderung im Bereich der Gipfelregion. Andere wählten den Abstieg bis zur Mittelstation Mettlen. Die restlichen Teilnehmer zogen es vor, noch eine Weile die frische Bergluft einzuatmen, und sich dann am Seil ins Dorf gleiten zu lassen. Schlussendlich traf man sich – unfallfrei – bei der Bergstation der Standseilbahn wieder. Modernste Technik trug uns wieder ans Ufer der Muota.

Danach stand eine Busfahrt zum Bahnhof Schwyz auf dem Programm. Ab hier gestaltete sich die Rückfahrt kurzzeitig etwas kompliziert. Der Bahnhof war eine einzige Baustelle, um alle Ecken mussten die Geleise unterquert werden, in Goldau musste umgestiegen werden. Mit einem Doppelstockzug erreichten wir schliesslich störungsfrei und in bester Laune die Leuchtenstadt.

Traditionsgemäss nahmen noch zehn Kameraden die Zusatzschleife ins ‘Seetäli’ zu einem kühlen Bierchen.

Ich glaube, die «Freude auf motivierte und fröhliche Gesichter» blieb erhalten bis zuletzt.

Fazit: Der Fronalpstock ist einer der schönsten Aussichtspunkte der Zentralschweiz, also jederzeit eine Reise wert. – Die Weltrekord-Standseilbahn auf den Stoss ist ein technisches Wunderwerk und Juwel für Bahn-Enthusiasten. – Die Verköstigung im Bergrestaurant Fronalpstock war erstklassig. – Die Stimmung hielt sich im Hoch.- Der Ausflug war ein voller Erfolg.

Bericht und Fotos:  Herbert Unternährer