
Am letzten Sonntag, den 29. Oktober 2023, fand zum 16. Mal bei anfänglich kühlem, später angenehmem Wetter der SwissCityMarathon-Lucerne statt.
Gemeldet waren 12 444 Läuferinnen und Läufer; 10 820 überschritten die Startlinie, 10 681 erreichten schlussendlich das Ziel. Rekord!
Es war ein gelungenes Lauffest mit volkstümlichem, aber auch typischem Marathon-Charakter. Sogar die Fastnacht streckte ihre Fühler aus.
Die Verantwortlichen des CISM (Conseil International du Sport Militaire) hatten für dieses Jahr die Militär-Halbmarathon-Weltmeisterschaft mit über 200 Topathletinnen und Topathleten aus aller Welt nach Luzern vergeben. Sieger wurde der zweifache Weltmeister Mohamed Reda El Aaraby aus Marokko mit einer Zeit von 1:01:29. Bei den Frauen dominierte Violah Jepchumba Kilonzo aus Bahrain mit 1:07:59. Diese Zeiten bedeuten natürlich Streckenrekorde! Es war eine Augenweide, diesen durchtrainierten ‘Laufgenies’ für kurze Zeit zuzuschauen.
Die fast endlose Schar Läuferinnen und Läufer wurden gestaffelt, in sogenannten Slots bis zu 550 Leuten, ins Rennen geschickt. Eine bewährte Lösung!
Rund 60 000 Zuschauer hielten sich am Rand der Strecke zwischen Luzern und Horw auf. Diese fieberten mit den Sportlerinnen und Sportlern mit und feuerten sie lautstark an. «Hopp, hopp, hopp-« und «go, go, go»-Rufe wurden immer lauter und waren bis in den Nachmittag hinein zu hören. Über 30 verschiedene Musik-Formationen unterschiedlicher Stilrichtung beteiligten sich an der Unterhaltung.
Die Abwicklung dieses Lauf-Grossevents lag in den Händen des 55-köpfigen Organisations-Komitees mit Reto Schorno an der Spitze. Mittragend für den Erfolg waren auch die rund 1200 freiwilligen Helfer aus über 50 Vereinen oder anderen Organisationen. Die Helferteams hatten im Vorfeld keinen Aufwand. Die grosszügig bemessene Verpflegung, die uns vom Hauptsponsor und Presenting-Partner COOP überreicht wurde, möchte ich im Namen aller Volunteers herzlich verdanken.
Der MTV Emmenstrand war mit 16 Mitgliedern mit dabei; Koordinator war Urs Bitzi. Uns wurde zum dritten Mal einer der attraktivsten Streckenabschnitte zugeteilt: Vom Schiffssteg beim Inseli, am KKL vorbei, den Peers entlang bis zur Seebrücke. Eine heikle Stelle war die S-Kurve mit der gefährlichen, auf der Rückseite grauen Fahrverbots-Tafel, unmittelbar vor der Passerelle zum KKL.
Wir hatten die Aufgabe, die Strecke zu überwachen und freizuhalten. Ein wachsames Auge war gefragt. Bei eventuellen Not- oder Zwischenfällen mussten wir die Betroffenen betreuen und unmittelbar danach die Sanität, eine Ambulanz oder, wenn nötig, die Polizei anfordern.
Selbstverständlich mussten wir einige Stunden ausharren, ohne uns gross bewegen zu können. Trotzdem wurde es nie langweilig; dauernd war ja etwas los! Direkt vor der ‘Fussgängerbrücke’ spielten die tolle Kleinformation ‘lobilis’ und später weitere Bands auf und heizten die Stimmung zusätzlich an.
Fotos: Herbert Unternährer
Während einer nahezu zweistündigen Zeitspanne herrschte Dauer-Laufbetrieb. Es kam zu einem unüberschaubaren Mix. Die Teilnehmenden konnten nur noch anhand der roten (Marathon), blauen (Halbmarathon) oder grünen (CityRun) Startnummern den verschiedenen Kategorien zugeteilt werden. Die Speaker orientierten laufend über den Rennverlauf.
Trotz dieses ‘Durcheinanders’ war es interessant, die verschiedenen Lauftypen kurz zu beobachten und deren Laufstil zu ‘analysieren’. Die Unterschiede hätten nicht extremer sein können. Auch das Outfit der Athletinnen und Athleten wurde in verschiedensten Nuancen wahrgenommen.
Von Zeit zu Zeit tauchten ‘spezielle’ Individuen auf. Sie waren meist nur durch Zufall auszumachen. Ein Läufer jonglierte während des Laufes, wohl in der Anfangsphase, mit kleinen Bällen. Andere filmten das Treiben ‘fliegend’ bei den Hotspots (KKL, Seebrücke) mit dem Handy; wieder andere die Umgebung, weil sie fasziniert waren vom See, den berühmten Bergen und der Stadt Luzern. Eine Gruppe ‘Feuerwehrleute’ präsentierte sich in voller Gasschutzmontur. Dann erschien plötzlich ein Rollstuhlfahrer mit Begleitung. Gegen Ende schleppte sich ein Läufer mit entblösstem Oberkörper an uns vorbei. Einzelne Läuferinnen oder Läufer zogen einen kurzen ‘Erholungsspaziergang’ vor, um sich dann mit den letzten Energiereserven in Richtung Ziel aufzuraffen.
Für die meisten Teilnehmenden waren der Sieg oder ein Podestplatz ausser Reichweite. Sie wollten einfach dabei sein. Nur das gemeinsame Lauferlebnis in einer prächtigen Umgebung zählte!
Das Aufräumen blieb uns auch dieses Jahr erspart. Hubstapler transportierten die zahlreichen Absperrgitter weg.
Wir warteten nur noch auf ‘unseren’ Geri Ernst, der den 10 km-CityRund bestritt und gegen Ende der Veranstaltung bestens gelaunt und relativ frisch erschien. Mit dem Erinnerungsbild klappte es nicht optimal, denn das halbe Gesicht wurde durch eine Läuferin verdeckt. Geri landete auf dem 4. Rang in seiner Kategorie M 75. Herzliche Gratulation!
Der SwissCityMarathon-Lucerne ist zur festen Institution geworden, ist eine Bereicherung und beste Reklame für die Leuchtenstadt und die ganze Zentralschweiz. Nicht mehr wegzudenken!
Unsere 16 Kameraden kehrten nach Rückgabe der gefassten Utensilien mit Ausnahme des orangen Leibchens mit dem Signet des Events per S-Bahn nach Emmenbrücke zurück und genossen noch ein Bierchen im ‘Panorama’. Der Präsident André Duner und Urs Bitzi bedankten sich herzlich bei allen für ihren Einsatz. Die Runde Getränke wurde vom Kassier Rolf Scheudler bezahlt. Besten Dank!
Bericht: Herbert Unternährer
