Wort zu einem Freudentag in unserer Vereinsgeschichte. Genau an diesem Datum hätte der alljährliche Ausflug – diesmal auf den Bürgenstock, iniziiert von Walter Odermatt mit Unterstützung von Ueli Etter – stattfinden sollen. Leider musste dieser, wie so viele andere Anlässe, wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Seit der letzten ‘Turnprobe’ vom 4. März, die wir auf Anraten unseres ’Vereinsarztes’ Gerry Ernst unverrichteter Dinge verlassen mussten, gab es kein Stelldichein mit physischem Kontakt mehr. Wie wichtig der Entscheid des Vorstands war, sich wieder einmal zu treffen, bestätigte die recht hohe Anzahl der Teilnehmer. 24 Kameraden fanden den Weg in unser Stammlokal ‘Rossmoos’. Es war ein lange ersehnter Augenblick. Einige mussten sich entschuldigen. Der Lockdown mit all seinen Einschränkungen ging nicht spurlos an uns vorbei. So wirkte diese Zusammenkunft auf alle wie ein Ventil.
Das Vereinsleben bedeutet für uns ja nicht nur Training, Bewegung physischer Art in der Turnhalle, nein, vor allem ist bei uns die Kameradschaft gross geschrieben. Und die kann auf lange Sicht nicht nur vom Festnetz, vom Smartphone oder vom Computer abhängig sein. Sie muss in Präsenz-Situationen gepflegt werden können. Natürlich gab es einzelne Kontaktnahmen via Telefonate, Whatsapps oder Emails zwischen einzelnen Kameraden, um sich nach deren Wohlergehen zu erkundigen.
Es war ungewiss, wie viele Mitglieder dem Aufruf unseres Präsidenten zu diesem Stamm folgen würden. Doch schon bald zeigte sich, dass das Bedürfnis vorhanden war, und es mussten laufend neue Tische angereiht werden, um alle im Wintergarten zu platzieren. 24 Kameraden zählte die Schar! Und es musste natürlich besonders auf das ‘Social Distancing’ geachtet werden. Es war einfach schön spannend im Kreis der Kameraden. Die Stimmung war gelöst, angenehm. Man tauschte sich aus, wie vor der Krise, aber die Thematik war verständlicherweise eine andere als vor der Coronakrise, aber nicht nur. Das Treffen kam relativ spät, aber besser spät als nie.
Kurt Risi ergriff schon früh das Wort und gab zunächst ein paar wichtige Erklärungen ab. Er betonte wie wichtig der soziale Aspekt – sprich: die gute Kameradschaft – ist. Besonders die ältere Generation, die bekanntlich schon früh zur Risikogruppe erklärt wurde, schätzt sie sehr. Ich kann mir vorstellen, dass sie noch gestärkt aus dieser Krise hervorgeht. Die meisten waren nicht unglücklich, dass die Massnahmen gelockert wurden und dadurch dieses Treffen überhaupt möglich wurde. Aber aufgepasst, niemand weiss, wie es weitergeht. Die düsterste Annahme wäre eine zweite Welle. Sie würde langsamer aber gefährlicher werden, dies die Aussage eines bekannten Epidemiologen. Aber die Fachleute sind sich auch nicht in allen Belangen einig. Das verspricht Hoffnung.
Es hat sich nun klar gezeigt, dass eine echte Zusammenkunft, auch ohne Händeschütteln und Auf-die-Schulter-klopfen bei Einhaltung der Abstands- und Hygieneempfehlungen eben doch einen sehr beachtlichen Stellenwert hat.
Nun stehen bald die Sommerferien an. Eventuell ergibt sich die Gelegenheit im Hüslenmoos für unseren traditionellen Grillabend. Es muss noch das Problem mit der Überdachung abgeklärt werden. Platz wäre genügend vorhanden.
Ansonsten wünschte der Präsident schöne Sommerferien und weiterhin eine gute Gesundheit. Sollte sich die Lage bessern (weniger Ansteckungen), dürfte der Turnbetrieb nach den Sommerferien wieder aufgenommen werden.
Durch diese Krise sind unserem Verein ein paar Helfereinsätze bei anderen Veranstaltungen durch die Latte gegangen oder sie werden es noch tun. Sie wären eine willkommene Einnahmequelle für die Vereinskasse. Der Verein hatte aber auch keine Auslagen. So beschloss der Vorstand, den Anwesenden bei diesem Revival im ‘Rossmoos’ eine kleine Überraschung zum Naschen anzubieten. Ein paar Teller mit verschiedenen Käsesorten und Fleisch, Cherrytomaten, belegten Brötchen und Schinkengipfeli, dezent garniert, wurden aufgetischt. Gut gemacht! Das kulinarische Intermezzo hatte ausgezeichnet geschmeckt. Ein Kompliment an das Rossmoos-Team! Herzlichen Dank an die Adresse des Vereins!.
Meine Prognose fällt eher pessimistisch aus. Niemand weiss, wie sich diese Virus-Epidemie noch entwickelt. So wie’s aussieht, dürfte sie uns noch länger beschäftigen. Wir müssen uns in der aktuellen Coronawelt zurechtfinden. Es besteht nach wie vor eine latente Angst vor der Rückkehr des Virus. Vorsicht ist geboten! Die Hoffnung auf Besserung der Lage stirbt Gott sei Dank zuletzt.
Bericht und Fotos: Herbert Unternährer
