
Es regnete für einmal nicht, nach den nassen Mai- und Junitagen war es fast ein kleines Wunder.
Ab Emmenbrücke ging’s per Bahn via Luzern nach Stans. Dort bestiegen wir einen Postbus, der uns nach Beckenried brachte, ganz in die Nähe der Talstation der Klewenalp-Luftseilbahn.
Oben angekommen, blieb die Sicht über den Vierwaldstättersee noch für ein paar Minuten frei. Dann war es Schluss mit der Herrlichkeit. Dichter Nebel schlich sich heran, hüllte alles ein und dominierte den ganzen Tag.
Nach dem obligaten Kaffee mit Gipfeli nahmen ein Dutzend Kameraden die etwas längere Rundwanderung um den Klewenstock unter die Füsse. Die Verbliebenen der 30köpfigen Schar wählten die kürzere Strecke, die „Direttissima“, zum Zielort Röten. Doch vorerst lag noch ein einladendes „Alpenstübli“ am Wegesrand. Hier gab es den Vorapéro. Gegenüber den Kameraden mit einer körperlichen Beeinträchtigung verhielt man sich äusserst rücksichts- und verständnisvoll.Toll!
Unterwegs erfreute uns dann der Bergfrühling mit seinen bunten Alpenblumen wie Trollblume, Rote Lichtnelke, Eisenhutblättriger Hahnenfuss und sogar Orchideen. Auf der längeren Route waren die Pflanzen wie auf einem Lehrpfad liebevoll beschriftet.
Sinn und Hauptzweck dieses Anlasses ist nicht eine stundenlange Quälerei über Stock und Stein, sondern wie eh und je das gesellige Zusammensein, die Pflege der Kameradschaft. Dank dieser Idee vom Turner- und Seniorenstamm mit dem jährlichen Ausflug können auch gestandene Semester, denen es die Gesundheit nicht mehr erlaubt, in die Halle zum Training zu kommen, am Vereinsleben teilnehmen, Kameraden treffen, sich gedanklich austauschen und sich an vergangene Zeiten erinnern. Sie vernehmen das Neuste und behalten so den Kontakt zum Verein.
Die einheimische Chefin Diana und ihre Assistentin Helena erwarteten uns vor ihrer heimeligen Gaststube zum Apéro, der grosszügigerweise vom Verein übernommen wurde. Willi Frei hatte anlässlich seines 90. Geburtstages einen namhaften Betrag
gespendet und Roli, sein Sohn, hatte diesen grosszügig aufgerundet. Herzlichen Dank! Noch während des Apéros ergriff Heinz Eichenberger kurz das Wort. Er bedankte sich bei allen Kameraden fürs Mitmachen. Präsident Kurt Risi musste leider aus familiären Gründen verzichten. Einen speziellen Dank richtete Heinz an Ueli Etter, der mit ihm zusammen den Anlass organisierte. Auch Heinz gebührt ein grosser Dank für seinen Einsatz.
Anschliessend wurde uns ein ausgezeichnetes Mittagsmahl serviert: Schweinsbraten mit Kartoffelstock und Rüebli. Auch die Sauce schmeckte exzellent. Uns blieben nun ein paar Stunden des gemütlichen Zusammenseins.
Vielen Kameraden war diese Gegend gut bekannt, waren wir doch vor vier Jahren hier. Wiederum wurden Erinnerungen an unser Ehrenmitglied Otto Suter wach. Er war Gründer des Turner- und Seniorenstammes. Bei bester Stimmung tauchte plötzlich eine weibliche Gestalt mit einem Vierbeiner auf. Es war unsere Leiterin Margrit Weber. Sie wurde herzlich empfangen und fühlte sich offenbar im T-Shirt unseres Vereins pudelwohl. Edi Schubiger aus Frauenfeld, ebenfalls Ehrenmitglied, liess es sich einmal mehr nicht nehmen, dabeizusein. Er freute sich riesig und unterstrich damit seine Verbundenheit mit Emmenbrücke und unserem Verein.
Um halb vier Uhr erfolgte der Rückzug zur Klewenalp. Alois und Carlo durften die Fahrdienste eines Einheimischen in Anspruch nehmen. Alles klappte bestens. Nun begann es doch noch zu regnen…Nach einem letzten Getränk liess man uns am Seil hinunter. Mit Bus und Zug reisten wir zurück in heimische Gefilde.
Text: Herbert Unternährer
Fotos: Herbert Unternährer und Peter Wild
