An diesem erfreulicherweise trockenen Samstagnachmittag, den 9. Oktober 2021, konnten die beiden Organisatoren Patrick Bianchi und Peter Furger um 13 30 Uhr auf dem Parkplatz Gersag, in 442 Metern über Meer, 34 erwartungsvolle Kameraden und unsere Leiterin Margrit Weber begrüssen. Auch zwecks optimaler Einhaltung der Corona-Richtlinien (Abstand) wurden die Anwesenden in zwei Gruppen aufgeteilt, in eine schnellere und eine etwas langsamere, mit Heinz Eichenberger als ‘Sammelwagen’ am Ende der Karawane.
Ähnlich wie in den letzten Jahren wurde ihnen als Orientierungshilfe eine Wegbeschreibung für den ersten Abschnitt der Wanderung in Form von farbigen Fotos ausgehändigt.
Gleich zu Beginn stieg das Gelände relativ steil an, über die Gärtner- und Dahlienstrasse bis zum Eisenbahnübergang im Obergersag, dann führte die Strecke an der Musikschule ‘Schaubhus’ vorbei bis zur Unterführung Rothenburgstrasse. Kurz zuvor befand sich hinter einem hellgrünen ‘Robydog’ ein erstes Couvert mit weiteren Angaben und Fotos. Entgegen meiner Vermutung, wiesen diese auf die Umrundung des Autobahnpolizei-Stützpunktes hin. Dann folgten wir dem Flurweg, der Neuenkirchstrasse, am Feuerwehrmagazin und der kleinen Riffig-Kapelle vorbei bis zum Hochhaus vor dem Riffigwald. Dort gelangten wir durch den Wald, in dem topographisch der höchste Punkt unserer Wanderung mit 531 Metern über Meer erreicht wurde, zum Bauerhof Bühlmatt und zur Lohrensäge. Auf der Rückseite eines markanten Baumes hing ein weiteres Couvert. Nach der zweiten Traversierung der Neuenkirchstrasse nahm die Wanderung ihren Fortgang über einen sehr schmalen Pfad in die Nähe der zweispurigen Eisenbahnlinie und der Autobahn, um diese dann zu unterqueren. Täglich fahren hier viele Tausend Leute hin und her. Es war nun nicht mehr weit bis zum Treffpunkt beim Apéro-Platz im Huoben.
Patrik und Peter sowie Walter Keller erwarteten uns zu einem von ihnen vorbereiteten Apéro mit würzigem Weisswein, Bier oder Orangensaft. Auch unser ‘Turner-Urgestein’, Alois Egli, durfte natürlich nicht fehlen. Er wurde von Walter Keller hierhergebracht. Die Unterstützung war einmal mehr vorbildlich. Hans Bühler und ich empfanden die Strecke bis an diese Stelle etwas gar lang.
Oberhalb des Strässchens erstreckte sich auf einer Länge von etwa 300 Metern unser eigentliches ‘Jagdrevier, ein Steilhang, begrenzt nach oben durch die Schallschutzwand der Autobahn und überwachsen mit Bäumen und zahlreichen Sträuchern. Es war nicht einfach, sich darin zurechtzufinden und schon gar nicht, den ‘Fuchs’ aufzuspüren.
Die ersten Suchversuche liessen nicht lange auf sich warten. Doch einige der ‘Jäger’ schienen anfänglich zu zögern, um in dieses Dickicht einzutauchen und darin vorzudringen. Erstaunlicherweise dauerte es dann nur etwa 20 Minuten, bis der ‘Fuchs’ erlegt war. Leo Oberholzer gelang es dank seiner Kletterei ganz hinauf, auf eine verdächtige Stelle zu treffen und den Fuchs in eleganter Manier zu erlegen. Ihm gelang der ‘Coup’ also zum dritten Mal. Mit ihm hat der MTV Emmenstrand als Fuchsbaron einen würdigen Nachfolger von Walter Odermatt. Gratulation!
Dass Peter Fahrni und ich dieses Objekt der Begierde ausgiebig ablichteten, versteht sich von selbst.
Nach dieser wohltuenden Pause begaben sich nun die Kameraden auf die Schlussetappe der Wanderung. Der ‘Abstieg’ ging dann zügig in mehr oder weniger individuellem Tempo vor sich. Man steuerte nur noch auf kürzestem Weg das ‘Rossmoos’ an. Ich selber verzichtete mit zunehmenden Schmerzen im Bein darauf und liess mich freundlicherweise von Walter Keller zusammen mit Hans Bühler, dem es ähnlich erging, genau dorthin chauffieren. Im Alter sind eben gesundheitliche ‘Unebenheiten’ dieser Art unumgänglich. Es dauerte dort etwas mehr als eine halbe Stunde bis zum Eintreffen der ersten Kameraden. Es entstanden ein paar lustige Fotos.
Hier kamen wir in den Genuss eines weiteren Höhepunktes, des zweiten Apéritifs, auf der Terrasse des Restaurants. Milly spendierte uns zum Weisswein und Bier die Beilagen in Form von halbierten Frühlingsrollen, Käseküchlein und Schinkengipfeli. Eine grosszügige Geste. Herzlichen Dank!
Im Wintergarten hatte Fatima die lange Tischreihe mit viel Liebe gedeckt. Es war eine Augenweide! Schon bald bat Lucullus zu Tisch [Wer aber war Lucullus? Mit vollem Namen hiess er Lucius Licinius Lucullus. Er war römischer Senator und Feldherr. Bekannt wurde er allerdings für seinen Reichtum und seine grandiosen Gastmähler. Geboren wurde er im Jahr 117 v. Chr. in Rom, gestorben war er 56 n.Chr.]
Nun wurden wir also mit einem feinen, reichhaltigen Abendessen, also mit einem ‘lukullischen Genuss’, verwöhnt. Er bestand aus einem Grünen Salat und einem Wienerschnitzel mit Pommes frites. Supplément war zur Genüge vorhanden. Ein grosses Kompliment an die Küchencrew! Wir hatten auch die Möglichkeit, uns wieder einmal auszutauschen.
Die Kosten für die beiden Apéros und die abschliessende Runde Kaffee übernahm der Verein. Der Rest ging auf das Konto jedes einzelnen, wie üblich an diesem Anlass.
Der Präsident Kurt Risi bedankte sich in kurzen Worten im Namen aller für die geleistete Arbeit der beiden Organisatoren Patrick und Peter. Es war ihre neunte Fuchsjagd. Sie verlief wie am Schnürchen, vor allem aber unfallfrei. Auch die Belegschaft des Restaurants ‘Rossmoos’ mit Milly als Chefin und Fatima im Service sowie die Küchencrew schloss Kurt in den Dank ein. Er vergass aber auch die ‘Jägerin’ und alle ‘Jäger’ nicht. – Walter Keller möchte ich persönlich für seine spontane Hilfsbereitschaft meinen Dank aussprechen.
Langsam wurde es stiller; der Abend neigte sich dem Ende zu. Die Reihen begannen sich zu lichten. Wie immer blieben noch ein paar ‘Höckeler’ – wie konnte es anders sein – eben ‘hocken’ und liessen auf ihre Art den Abend ausklingen.
Während des ganzen Nachmittags und abends waren alle Gesichter heiter und gut gelaunt. Damit war das Ziel erreicht!
Nach der erneuten coronabedingten Vereinsabstinenz von nahezu einem Jahr – was vor allem den sportlichen Betrieb, die Turnproben, betraf, spürte man bei den Teilnehmern immer noch das grosse Bedürfnis nach Vereinsleben.
Die Fuchsjagd bot und wird zudem den schönen Nebeneffekt weiterhin bieten, unsere engere Heimat noch besser kennen und schätzen zu lernen. Und wenn es sich nur um einen unbekannten Weg, (vielleicht einen ‘Schleichweg’), handelt,k wie Max Siegrist es formuliert hatte, der ja mit unserer Gemeinde bestens vertraut ist. Das ist doch grossartig!
Auch ich möchte mich bei Patrick und Peter für die kompetente Organisation (Vorbereitung und Durchführung) dieses nach wie vor attraktiven Events herzlich bedanken. Ebenfalls nicht zu vergessen Petrus, der uns wieder einmal wohlgesinnt war.
Bericht: Herbert Unternährer,
Fotos: Peter Fahrni und Herbert Unternährer
