Kurze Wanderung – MTV Emmenstrand am 8. Aug. 2018

Am letzten Mittwoch, den 8. August, fand der zweite Ferien-Event statt. Jörg Schneider hatte eine kurze Wanderung (ungefähr eine Stunde) mit anschliessendem geselligen Beisammensein organisiert. Ausgangspunkt war das Restaurant «Seeland» beim Schwimmbad am oberen Ende des Sempachersees.

Das Wetter war während des Tages unbeständig; blauer Himmel und dunkle Wolken mit ersten Regentropfen wechselten sich ab. 23 Kameraden und Margrit Weber nahmen am Treffen teil. Geparkt wurden die Autos hinter dem Schwimmbad. Jörg führte uns stilsicher ein Stück dem Uferweg entlang in Richtung Büezwil. Dann bogen wir nach links ab, dem Lippenrütibach nach zum Seehüsli, wieder nach links über die Schlichtistrasse an der Seewarte und einem Bauernhof vorbei. Bald nach dem Überqueren der Grossen Aa erreichten wir beim Quartier Seesatz die Luzernerstrasse, überquerten diese, und weiter ging’s nach Osten auf der Sonnhofstrasse, dann über die Kleine Aa. Nach einem scharfen Linksschwenk und einigen hundert Metern auf dem Feldweg standen wir plötzlich am Siedlungsrand. Von dort war es nicht mehr weit bis zur bekannten Vogelwarte und etwas später zum Ausgangspunkt. Just in dem Moment begann es zu regnen.

Im See tummelten sich noch einige Unermüdliche und «genossen» bei 26grädigem Wasser die erhoffte Abkühlung.

Für all jene Kameraden, die es interessiert, noch ein paar informative Angaben zum Sempachersee: > Der Reussgletscher, der sich gegen Ende der Eiszeit zurückzog, hinterliess vor rund 12 000 Jahren mehrere Moränen, darunter auch jene bei Mariazell, die den See aufstaut. > Bei Ausgrabungen wurden mehrere Pfahlbauten gefunden, diese belegen eine neolithische Besiedelung am See. > Im Jahr 1806 wurde der See um etwa 1,7 Meter abgesenkt. Dadurch wurde viel Land gewonnen, und die Gefahr von Überschwemmungen wurde reduziert. Seither wird die Seehöhe beim Abfluss der Su(h)re künstlich reguliert. > Seit 1984 wird das Gewässer in einer Tiefe von 80 Metern künstlich belüftet. Die Sauerstoffkonzentration ist entscheidend für die Wasserqualität und das Überleben von Tieren. Auf seine Grösse bezogen, ist der Sempachersee der ertragreichste See in der Schweiz für Fischfang. > Die Seeoberfläche beträgt 14,4 Quadratkilometer, die maximale Tiefe 87m und die mittlere Wasseraufenthaltszeit 16 Jahre. > Die Schweizer Luftwaffe benützte den See früher als Schiessplatz, wo der Abwurf von Bomben und der Einsatz der Bordkanonen geübt wurde.

Der gemütliche Teil ging dann im Freien unter einem Dach über die Bühne. Getränke und Speisen mussten wir uns selber besorgen. Die Preise bewegten sich eher im oberen Bereich. Wie immer wurde eifrig diskutiert, wurden Gedanken ausgetauscht, Erinnerungen geweckt. Unverhofft begann es in starkem Masse zu winden; die Temperatur fiel merklich. Es wurde ungewohnt kühl nach der langen Hitzewelle, fast unangenehm. In der Ferne über dem unteren Ende des Sees war die Stimmung beinahe mystisch. Wir erlebten einen Sonnenuntergang, wie man ihn selten zu Gesicht bekommt, obwohl der Himmel stark bewölkt war.

Relativ früh machten sich die ersten Kameraden auf den Heimweg. Jörg Schneider gebührt ein grosser Dank für seinen Einsatz.

Bericht und Fotos:  Herbert Unternährer