Männnerturner- und Seniorenstamm Ausflug

Chorgestühl in der Klosterkirche St. Urban
Chorgestühl in der Klosterkirche St. Urban

POWER FIT UND FUN heisst das Motto des MTV.  Der Donnerstag, 28. Juni stand aber ganz im Zeichen von „FUN“ und der Kameradschaftspflege.
Blum Otto hat ein Reisli organisiert an  seinen Geburtsort nach Roggliswil.

26 Turnkameraden folgten der Einladung. Unternährer Herbert und Signer Sepp chauffierten uns  gekonnt mit zwei SCE-Bussen. Via Pfaffnau erreichten wir St. Urban, wo wir die Klosterkirche, ein architektonisches Meisterwerk besichtigten.

Blum Otto führte uns mit spannenden Worten durch die geschichtliche Vergangenheit des Klosters. Das Chorgestühl, eine weltberühmte Sonderheit faszinierte uns besonders.

Nach dieser eindrücklichen Besichtigung fuhren wir nach Roggliswil zum Gasthaus „Ochsen“. Bei schönstem Sommerwetter genossen wir im Garten den von Otto Blum offerierten, süffigen Apéro.

Im festlich geschmückten Gasthaussaal und bei Kerzenlicht wurde uns zu Mittag eine Ochsen-Spezialität und Desserts vom Feinsten serviert. Dazwischen packte Duner Fredy die Gelegenheit und erzählte heitere Episoden aus der erfolgreichen Turnervergangenheit. Ein Dankeswort richtete unser „Animator“ Otto Suter an die Chauffeure. Ganz besonders dankte er Blum Otti für den gespendeten Apéro, die mustergültige Organisation und Führung. Nach dem Sprichwort: Man muss die Eisen formen wenn sie heiss sind, hat er auch bereits Ideen für’s 2013 in die Runde geworfen.

Im Schatten der Bäume machten wir in der Gartenwirtschaft Siesta. Doch die Lachmuskeln konnten nicht ruhen, denn heitere Geschichten und Witze, vor allem von der Serviertochter, liessen keinen einschlafen! Und als Hans die Notenblätter hervor holte, war endgültig Schluss mit Dösen. Mit dem mehrstimmigen Lied „Warum bist du gekommen, wenn du  schon wieder gehst“ bedankten wir uns bei dem Wirte-Team für die Gastfreundlichkeit. Bei kühlem Bier, Wein und Gesang verflossen die Stunden sehr schnell.

Nach der Heimfahrt liessen einige Kameraden im Restaurant Rossmoos den schönen Tag ausklingen und verabschiedeten Edi Schubiger, der extra für diesen Ausflug von Frauenfeld nach Emmenbrücke kam.

Hinfahrt von Pfaffnau nach St. Urban    

Gleicht etwa das prächtige Pfarrhaus von Pfaffnau, das 1765 als Sommerresidenz der Aebte erbaut wurde, nicht eher einem aristrokratischen Landsitz als einem Klosterbau ?

Kloster St. Urban  

Das Kloster – ein architektonisches Meisterwerk mit spannender, geschichtlicher Vergangenheit – hat einiges erlebt und  vieles zu bieten.

Zahlen und Fakten aus der Klostergeschichte:

1194 Gründung Zisterzinserkloster St. Urban
1415/16 Burgrechte mit Bern und Luzern
1513 Kirchenbrand
1700- 1706 Bau des Chorgestühl
1711- 1717 Neubau der Klosterkirche St. Urban
1716 – 1721 Einbau  der Orgel
1848 Aufhebungsdekretes des Grossen Rates, zur Tilgung der Bürgerkriegsschulden verfügte  der Kanton Luzern die Aufhebung des Klosters.
1870 Rückkauf der Klosteranlage und zweier Höfe1
873 Eröffnung Kantonale Psyschiatrische Klinik
1980 Bezug der Psychiatrie-Neubauten
seit 2006 St. Urban Hauptsitz  der Luzerner Psychiatrie

Das Chorgestühl eine Meisterleistung besonderer Art   

Das 1700 bis 1706  hauptsächlich von Solothurner Bildhauern geschaffene Chorgestühl aus Eiche und Nussbaum ist gleichsam ein phantastisch kunstvoll geschnitzte Reliefs mit Darstellungen aus dem Alten Testament, dem Marienleben, der Passion Christi und der christlichen Heilslehre. Ein Hauptwerk schweizerischer Barockplastik. Künstlerisch herausragend sind mit ihrem auf die Schöpfung bezogenen, figürlich-pflanzlichen Formenschatz die 36 Säulen von Johann Peter Frölicher.

Dass dieses grossartige Kunstwerk heute in dieser Klosterkirche steht, ist keine Selbstverständlichkeit, denn es wurde nach der Klösteraufhebung im Jahre 1848 vom Staat Luzern „verschachert“, d.h. nach London verkauft.

1853 wurde das gesamte Chorgestühl durch die Gottfried-Keller-Stiftung wieder zurückgekauft.

Einige Köstlichkeiten über den Turnverein Roggliswil, der im Ochsen beheimatet war. 

Der STV Roggliswil wurde am 15. August 1924 im Landgasthof Ochsen gegründet. Mit dabei als Gründungsmitglieder, 4 Gebrüder Blum, nämlich: Josef Blum, Metzgermeister und Gastwirt vom Ochsen, (Vater) Hans Blum, Landwirt, späterer Gemeindeammann und Gemeinde-Präsident, Sales Blum, Lehrer in Roggliswil, Vinzenz Blum, Landwir.

Seit der Gründung bis ins Jahr 1975, war der Ochsensaal das Turn- und Probelokal des Turnvereins. Meine Eltern boten dem Turnverein den Saal ohne Miete und Entschädigung für Strom und Heizung ect. zur Benützung gratis an.

Für die vier Ochsen-Buben Sepp, Walter, Hans und Otti war es jeweils ein grosses Stück Arbeit den Saal für Anlässe vom Magnesi-Staub und den Boden per Fuss mit Spänen zu reinigen

An den Turnervorstellungen hatten die Barrenturner „einen Vorteil“ auf der Bühne kamen sie an der Decke an und konnten demnach den Handstand sicher stehen.

Der STV Roggliswil ist seit vielen Jahren als starke Barrensektion und Neuerdings als dynamisches Gymnastik-Team an Turnfesten anzutreffen. Das Kunstturnen wird seit Jahren gepflegt. André Luternauer ist bestimmt als Kranzkunstturner noch in Erinnerung.

Fotos Peter Wild