MTVE Veltlinertour 2019 vom 6. Februar 2019

Résumé:

Tolle Beteiligung, vorbildliche Kameradschaft, Parkplatz beim Bahnhof, super Wetter, blauer Himmel, angenehme Temperatur, genügend Schnee, schöne Pisten, wunderbare Fernsicht, moderne Bahnen, neue Abfahrten, viele Restaurants, Tageskarte günstig wie nirgends!

Nur ein Schönheitsfehler, Tausende andere Skifahrer wollten genau das Gleiche wie wir!

Mit sportlichen Wintergrüssen
Leo


Veltlinertour 2019, Bericht von Herbert

Dank eines 3tägigen Hochs bis und mit Mittwoch, den 6. Februar und einer von zehn ‘10 Franken-Aktionen für eine Tageskarte’, entschieden sich die Verantwortlichen Leo Oberholzer, Heinz Eichenberger und Walter Keller für eben diesen Tag. Doch dieses Mal war vieles anders! Wir stellten es bereits um acht Uhr beim Besteigen des MGB-Zuges am Perron in Andermatt fest. Die Waggons des Regelzuges waren innert Minuten vollgestopft mit erwartungsfrohen Schneesportlern. Was bei diesen Bedingungen durchaus begreiflich und auch in Ordnung war. Es sah schon früh nach einem rekordverdächtigen Tag aus!

Auf dem Oberalppass in 2048m Höhe trafen sich 11 Skifahrer und Margrit, unsere Leiterin, im Restaurant ‘Calmot’ zum obligaten Kaffee. Nach der Begrüssung ‘erklommen’ wir per Sessellift den Piz Calmot.

Die Verhältnisse waren traumhaft, kaum zu überbieten; stahlblauer Himmel, wärmende Sonnenstrahlen, hervorragend präparierte Pisten und ein prächtiges Panorama! Eine Wohltat für Körper, Geist und Seele!

Die Aufteilung in Gruppen gestaltete sich nicht wie gewohnt. Nach dem oligaten Gruppenfoto preschte man sofort los! Begreiflich, denn es juckte einem natürlich, die ersten Schwünge in den Schnee zu zeichnen! Doch der Kontakt untereinander war schon bald wie weggeblasen.

Zum Einfahren / Aufwärmen waren die Hänge am Piz Calmot geradezu ideal, vor allem, wenn man längere Zeit nicht mehr oder diese Saison zum ersten Mal auf den Brettern stand. Doch auch Margrit und ich glitten schon bald ins Val Val. Doch das Gedränge, das sich uns hier offenbarte, war nicht gerade einladend. Es erinnerte an frühere Zeiten! Eine ‘Riesentraube’ von Sonnenhungrigen wartete hier auf die Fortsetzung des sportlichen Vergnügens. Ungefähr eine halbe Stunde Wartezeit stand uns bevor! Man konnte niemandem einen Vorwurf machen, denn alle wollten ja die günstige Gelegenheit und das prächtige Wetter nutzen!

Im Cuolm Val-Gelände befinden sich aus meiner Sicht die tollsten Hänge mit den attraktivsten Pisten. Auch zu zweit konnten wir unsere Fahrideen umsetzen, unsere eigenen Spuren legen. Es gab immer wieder Momente, um die fantastische Bergwelt mit dem einzigartigen Licht- und Schattenspiel zu bestaunen. Willkommene Verschnaufpausen gab es auch auf dem Sessellift.

Um ca.11 Uhr war Mittagsrast im Restaurant ‘Milez’ angesagt. Hier trafen wir unsere ‘untreuen’ Kameraden wieder, die bereits am Essen waren. Selbstbedienung – und auch hier gab es endlose Warteschlangen! Trotz Massenabfertigung schmeckte meine Bratwurst an einer Zwiebelsauce und mit Pommes frites ausgezeichnet. Auf eine zweite Flasche Rivella wollte ich, wohl oder übel, verzichten! Es war nicht einfach! Nach einem Kaffee, den unsere Leiterin spendierte, brachen Kurt, Margrit und ich zum vereinbarten Zeit- und Treffpunkt (14 Uhr beim Oberalppass) auf.

Ich fand es ein bisschen schade, denn bei diesen Verhältnissen hätte ich gerne noch zwei, drei Fahrten auf den Cuolm Val-Traumhängen unternommen! Die Schneebeschaffenheit veränderte sich zwar zusehends; die Sonneneinstrahlung weichte den Schnee langsam auf. Das bedeutete einen grösseren Energieaufwand und erste Ermüdungserscheinungen.

Aber wir wollten nicht zu spät kommen. Im engen langen, halfpipeartigen Couloir auf der Abfahrt ins Val Val war besondere Vorsicht geboten. Wir wollten keinen Unfall provozieren oder erleben, denn Kollisionen sind erstens äusserst unangenehm, und zweitens ist die Verletzungsgefahr erheblich. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Da wir weder im Restaurant noch draussen einen Platz fanden, um etwas zu trinken, beschlossen wir – zwar etwas zu früh – die Rückkehr mit der Bahn direkt nach Andermatt. Es hätte mich natürlich gereizt, mit der topmodernen Gondelbahn, dem «Schneehühnerstock-Express», hochzufahren und die neuen Pisten zu testen. Doch Max hatte abgewinkt. Seine Beine waren schwer geworden, die Kraft hatte auf den zahlreichen Buckeln nachgelassen, die sich an engen Stellen in der Abfahrt gebildet hatten. Auch grössere Schneeanhäufungen trugen das ihre dazu bei. Heinz war gleicher Meinung.

Unsere «Unentwegten» waren nicht mehr zu halten. Es drängte sie zum unermüdlichen Skifahren, Skifahren und nochmals Skifahren! Alle Pisten mussten dranglauben, mussten getestet werden! Und sie kamen bestimmt voll auf ihre Rechnung! Wir gönnten es ihnen natürlich!

Den cool-designten Bar-Waggon am Ende der Zugskomposition bestiegen wir zu viert. Max und Kurt verspürten Lust auf ein Bierchen. Wir genossen ein letztes Mal die tolle Aussicht aufs Urserental mit den umliegenden Bergen und auf das verschneite Dorf Andermatt. Auf die Talabfahrt auf der Passstrasse verzichteten wir. Der Tag auf Schnee ging für uns zu Ende.

Doch er klang noch lange nicht aus. Im Hotel «Badus» trafen wir auf die sieben «Wanderer», die den Tag auf dem Nätschen verbracht hatten. Gemeinsames Mittagessen, Plaudereien, Gedankenaustausch, Relaxen standen auf der Tagesordnung! Erstaunlicherweise wurde auf einen Jass verzichtet. Die tolle Kameradschaft, das gesellige Zusammensein waren Motivation genug, auch für die drei über 85-Jährigen. Otto Blum, der unverwüstliche Alois Egli und Carlo Ronchetti, der kürzlich seinen 90. Geburtstag feiern durfte, liessen es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Das kulinarische Highlight war – wie jedes Jahr – das fein zubereitete und reichlich bemessene Käse-Fondue. Eine Veltlinertour ohne diesen Gaumenschmaus ist für uns nur schwer vorstellbar! Zum Schluss übernahm die Spendenkasse noch eine Runde Kaffee! Herzlichen Dank, Hans.!

Leo, Heinz und Walter gebührt ein grosser Dank für ihr Engagement. Sie hatten den Anlass mustergültig vorbereitet. Der Tag verlief unfallfrei, und alle waren wohl – trotz des Rummels – zufrieden!

Leo’s Formulierung anderntags: ‘Es gab nur einen Schönheitsfehler: Tausende andere Skifahrer wollten genau das Gleiche wie wir!’

Und dennoch: ‘Vielleicht wäre weniger doch mehr!’

Noch zwei Notizen aus dem Internet:

Drei Jahre hat es gedauert und sieben neue Transportanlagen waren notwendig, um die beiden Skigebiete zu vereinigen.
Das Parkplatzangebot platzte aus allen Nähten. Autofahrer mussten lange Fusswege (bis zu 1,8 km) in Kauf nehmen. Es gab Wartezeiten von über 90 Minuten.

Bericht:  Herbert Unternährer
Fotos von Herbert, Leo und Röbi