Impressionen vom Turner- und Seniorenstamm 2019 nach Mariastein

 

Teilneher des Ausfluges 2019
Teilneher des Ausfluges 2019

Am letzten Donnerstag, den 27. Juni, um 07 30 Uhr erwartete Franz Suter mit seinem Car der Firma Estermann aus Beromünster die Turnkameraden des unteren Gemeindeteils.

Er fuhr im Auftrag des Car-Unternehmens Gössi. Fünf Minuten später holte er bei der Sprengi den Rest der angemeldeten 30 ‘Wallfahrer’ aus dem oberen Gemeindeteil ab.

Den ersten Zwischenhalt gab es in Balsthal am Jura-Südfuss nach Traversierung der Klus, dem bekanntesten Quertal. Im Gasthaus Kreuz spendierte Erwin Portmann den Kaffee anlässlich seines 60. Geburtstages am 30. Juni. Herzlichen Dank!

Die vorgesehene Route über den Passwang konnte wegen Belagsarbeiten nicht befahren werden. Die alternative Variante über Holderbank, Langenbruck, Waldenburg, Reigoldswil, Nunningen, Zullwil, Breitenbach, Laufen zum Zielort Mariastein hatte es in sich. Die Gegend war abwechslungsreich, hügelig, mit einigen Burgruinen bespickt. Für mich persönlich bedeutete der Abschnitt zwischen Balsthal und Laufen Neuland, ein weisser Fleck auf der Landkarte. In Nunningen unterhielt unser Kamerad Gerry Ernst während 25 Jahren eine Arztpraxis.

In Mariastein ist unser Kamerad und langjährige Wanderleiter Willy Frei geboren. Der Ort liegt vor den Toren der Stadt Basel, unweit der Landesgrenze, im hinteren Leimental, Kurz nach der Ankunft erfolgte der ‘Startschuss’ zum weiteren Tagesverlauf. Für die ‘Tapferen’ stand eine einstündige Wanderung auf dem Programm. Sie nahmen die Schleife über die Annakapelle und den Heulenhof unter die Füsse. Von hier aus bot sich ihnen einerseits eine herrliche Fernsicht zur Burgruine ‘Landskron’ auf französischem Boden, andererseits in den Schwarzwald und in die Vogesen. – Die Nichtwanderer hatten die Möglichkeit, das kulturelle Highlight Mariasteins – die Klosterkirche mit der Gnadenkapelle – zu bewundern und deren Geschichte auf die Spur zu kommen. Das Benediktinerkloster, der zweitwichtigste Wallfahrtsort der Schweiz nach Einsiedeln, wurde um 1100 in Beinwil SO gegründet. Es steht unter Denkmalschutz. Das Herzstück ist die Gnadenkapelle mit der lächelnden Madonna. Seit 1636 finden hier Pilger unterschiedlicher Herkunft und Religion aus aller Welt in völliger Abgeschiedenheit Ruhe, Geborgenheit und innere Sammlung. Erstmals wurde 1434 eine Marienkapelle ‘im Stein’ urkundlich bezeugt. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster von den Mönchen nach Mariastein verlegt. Seither betreuen sie das Heiligtum.

Die Legende über den Anfang der Wallfahrt berichtet, dass ein Hirtenjunge beim Viehhüten, während seine Mutter in einer Höhle schlief, über eine schroffe Felswand stürzte und von der Gottesmutter Maria aufgefangen wurde. Der Vater liess zum Dank für die Rettung eine Kapelle errichten. Die Grotte ist erreichbar über einen langen, gewölbeartigen Gang und eine Treppe von 59 Stufen. Die Kapelle zeichnet sich durch eine besondere Atmosphäre aus. Hier befindet sich das Gnadenbild der Madonna. Maria steht in prächtigem Gewand ‘im Stein’, d.h. frei in der Felswand und trägt das Kind auf dem rechten Arm. Unzählige Votivtafeln verkünden auf dem Weg zur Grotte, dass die Madonna für manche noch immer Wunder wirkt.

Was besonders ins Auge fällt, sind die grosse Wallfahrtskirche, die 1655 eingeweiht wurde und die Kirchenfassade. Der Bau wurde seither mehrmals umgestaltet. Die mächtige klassizistische Turmfassade wurde 1834 vor die Kirche als Ersatz für die Dachreiter gebaut.

Die Innenarchitektur der 3schiffigen Basilika wies zunächst einen spätgotischen Stil auf, was an den Netzgewölben im Chor noch zu erkennen ist. Die Deckenfresken zeigen das Fallwunder und Marienszenen. Zur hochbarocken Ausstattung zählen die Holzkanzel, das schmiedeeiserne Chorgitter und der dem Heiligen Benedikt gewidmete Hochaltar mit gedrechselten Säulen. Die Kirche verfügt über zwei Orgeln. In den vergangenen 400 Jahren wurde die Anlage mehrmals verwüstet. Doch immer wieder kam neues Leben ins Kloster und in den Wallfahrtsort. Heute leben noch 17 Mönche hier.

Mariastein ist ein Kraftort. Es gibt Orte in der Natur, die haben eine natürliche Ausstrahlung. Die Geomantie beschreibt die Weltkugel als lebendes Wesen, das von einem Netz von Energielinien überzogen ist. Wo die gitterförmig ausgelegten Kraftlinien aufeinandertreffen, sollen die Kräfte besonders stark strahlen. Auf viele Menschen wirkt das enorm entspannend.

Nach der Besichtigung traf man sich im Garten des Restaurants Post am Klosterplatz zu einem kühlen Bier. Um 12 Uhr war Apéro-Time beim Klosterbauernhof. Dieser wird zurzeit von Willys Enkel bewirtschaftet, der uns Wissenswertes darüber zum Besten gab. Offeriert wurde der Apéro von Willy Frei. Herzlichen Dank!

Anschliessend dislozierten wir zu einem weiteren Höhepunkt ins Klosterhotel Kreuz. Dieses Gebäude befindet sich inmitten eines wunderschönen Parks mit einem stattlichen Baumbestand. Hier drehte sich wiederum alles um Kultur. Diesmal vor allem um Esskultur. – Das Mittagsmahl stand bevor.

Die ehemalige Pilgerherberge, das spätere Kurhaus, ist heute ein funktionales Baudenkmal, das die Ansprüche an ein modernes Hotel erfüllt. 2018 wurde der Name in Klosterhotel Kreuz geändert. Zum Hotel gehört ein Kräutergarten. Einen solchen zu kultivieren, entspricht der Klostertradition.

In der Klosterschenke, deren spannende Architektur mit dicken Mauern und einer imposanten, freigelegten Holzdecke uns umgab, wurden wir verwöhnt, mit herzlicher Gastfreundschaft. Es gab einen gemischten Salat, Hackbraten mit Reis und frischem lokalen Gemüse oder Schweinssteak mit hausgemachten Nudeln und Marktgemüse, zum Dessert einen Fruchtsalat mit Holunderblüten-Sirup. Ein köstlicher Rotwein mit dem liturgischen Namen ‘Excelsior’ begleitete uns während des Essens.

Die Kosten für das Dessert übernahm der Verein. Zum Kaffee offerierte unser Frauenfelder Kamerad Edi Schubiger einen Grappa. Herzlichen Dank! Ueli Etter als hauptverantwortlicher Organisator überraschte noch mit einer gelungenen Einlage!

Der Präsident Kurt Risi bedankte sich im Namen aller beim aufgestellten Service-Personal, (in einer ungewöhnlichen Besetzung mit einer indischen Klosterschwester und dem ägyptischen Kellner.) Die beiden waren echt Spitze!!

Weitere Dankesworte richtete Kurt an die Adresse der Gastgeber Maik und Monika Winter. Unser ‘Dreifacher Turnerklatsch’ als Dankesgeste durfte natürlich nicht fehlen. Zu guter Letzt erhielten Ueli Etter, Heinz Eichenberger und Roland Frey die Lorbeeren! Sie hatten den Ausflug rekognosziert.

Für ein Gruppenfoto war noch reichlich Zeit vorhanden. Die Heimfahrt verlief über Reinach, Dornach, weiter über die Autobahn nach Emmenbrücke. Dass die Reise unfallfrei und zur vollen Zufriedenheit aller verlief, verdanken wir unserem sympathischen Chauffeur Franz Suter. Sicherheit und eine äusserst angenehme Fahrweise stehen bei ihm hoch im Kurs. Herzlichen Dank und Chapeau!

Für einige Kameraden klang der Tag erst im ‘Seetäli’ oder im ‘Lux’ aus. Es war ein prächtiger Tag, auch wettermässig. Fast ein bisschen zu heiss. Petrus sei gedankt!

Bericht: Herbert Unternährer
Fotos:  Herbert Unternährer, Peter Wild und Ueli Etter