Margrit Weber, unsere Leiterin, ist Mitglied des Frauenkreises Immensee. Diese Gruppe führt verschiedene Events im Jahr durch. So besuchte Margrit einen Whisky-Abend und lernte dabei Dorly Hunziker-Amstutz kennen. Es gefiel ihr sehr. Dies bewog sie, den Versuch auch mit uns zu wagen. Es war ein Novum mit Sonderstatus.
Am letzten Donnerstag fanden sich – nach ein paar Absagen -12 Kameraden, inklusive Präsident Kurt Risi, am Räbeweg 1 bei Dorly’s Getränke Shop in Merlischachen ein. Früher gab es hier die Mosterei Amstutz.
Beim Durchschreiten der vielen Regale in Richtung des Aufenthaltsraumes ertönten typisch schottische Klänge. Die Gestelle sind gefüllt mit etwa 400 Whisky-Spezialitäten, mit anderen geistreichen Spirituosen aus der ganzen Welt wie Absinth, Cognac, Rum, Wodka und unzähligen Weinen, auch Schaum- und Dessertweinen. Auch nicht zu verachten ist die immense Auswahl an Biersorten.
Hier begrüsste uns Hugo Meier, ein in einem echten Kilt oder Schottenrock spielender Dudelsackpfeifer. Er spielte unter anderem die schottische Nationalhymne. Der Mann hielt sich oft mit seinem Wohnmobil in Irland und Schottland auf und gilt als leidenschaftlicher Whiskyfan und – kenner. Er spielt auch in einer Pipe-Band in der Schweiz. Anwesend waren ausser der Besitzerin Dorly auch ihre Tochter Eliane, Irene Lustenberger ,die Animatorin des Abends und Hansruedi Imfeld ein Bierbrenner und ausgewiesener Whisky-Kenner, die uns durch den Abend begleiteten.
Irene Lustenberger, die sonst für die Firma Häcki in Reinach tätig ist, machte uns nach einer spannenden Einleitung mit verschiedenen Whisky-Sorten bekannt, die wir alle degustieren durften. Probieren ging eben über studieren.
Im Geschmack waren sie recht verschieden, teils eher mild, teils stark rauchig. Unglaublich, wie sich der Geschmack unter Zugabe von 2 bis 3 Tropfen Wasser verändert! Mehrmals wurde die Degustations -Zeremonie unterbrochen. Dann wurde eine spezielle Pilzsuppe in einer Tasse serviert. Später gab es Häppchen mit Lachs und Fleisch. Zu guter Letzt wurde ein ausgezeichneter Käse aufgetischt. Abgerundet wurde der kulinarische Teil mit kreisrunden, nach Minze schmeckenden Schokoladescheibchen. Eine raffinierte Kombination! Verantwortlich für den kulinarischen Teil war Eliane. Herzlichen Dank.
Zwischendurch präsentierte uns Hansruedi ausführliche Erklärungen zur Erfindung und Herstellung des Whiskys. Irischer Whiskey oder schottischer Whisky? Auch wenn auf irischem Boden wahrscheinlich die Anfänge der Whiskygeschichte geschrieben wurden, waren die schottischen Bürger die Ersten, die die Whisky-Herstellung schriftlich dokumentierten.
Gut zu wissen! – Der schottische Whisky wird in mehreren Sorten unterschieden: Blended und Malt sowie der Single Malt Whisky sind die bekanntesten ihrer Art. Der Unterschied liegt in der Herstellung und der verwendeten Zutaten. So ist der Blended Whisky eine Mischung, ein Verschnitt.
Was darf sich denn Scotch nennen und was nicht? Es ist genau geregelt. So darf ein Whisky nur dann als Scotch bezeichnet werden, wenn er nach der Destillation mindestens drei Jahre in einem Fass in Schottland gelegen hat. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, ebenso wie der Mindest-Alkoholgehalt von 40 Volumenprozent, mit dem Scotch in den Handel kommen muss.
Single Malt Scotch Whisky besteht ausschliesslich aus Wasser und gemälzter Gerste und wird ausschliesslich in einer einzigen Distillery in sogenannten Pot stills (Brennblasen) hergestellt.
Ich bedanke mich im Namen aller Turnkameraden herzlich bei Dorly und ihrer Crew, die es ausgezeichnet verstanden haben, uns in die komplizierte Welt des Whiskys zu entführen. Beeindruckt haben mich das Fachwissen, die kompetenten Ausführungen und spannenden Erlebnisberichte aus Schottland von Irene Lustenberger und ihre äusserst sympathische Art. Die einzige Whiskybrennerei „Isle of Jura“ auf der gleichnamigen Insel scheint es ihr speziell angetan zu haben. Die Distillery ist ansässig in Craighouse, dem grössten Ort des dünn besiedelten Eilands.
Die Stimmung in der Runde war ausgezeichnet und wurde immer fröhlicher. Und Urs, unser Neumitglied, ebenfalls versiert in Sachen Whisky, hatte zusätzlich mit seinem angestammten Humor für Unterhaltung gesorgt. Sein Kommentar war kurz, aber fiel sehr positiv aus.
Margrit Weber gebührt ein herzlicher Dank für die engagierte, tadellose Organisation des Abends. Es war eine gute Idee, eine unerwartete, interessante Abwechslung und Bereicherung unseres Jahresprogramms.
Bericht und Fotos: Herbert Unternährer
